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Alt 03.11.2017, 15:02
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Alemannia 1933 bis 1945: Expertenlob für Ausstellung im Zeitungsmuseum

Das Foyer des Internationalen Zeitungsmuseums in der Pontstraße war fast zu klein für die vielen Gäste, die bei der Eröffnung der von der Fan-IG angeregten und mitgestalteten Ausstellung über Alemannia Aachen in der Zeit des Nationalsozialismus dabei sein wollten. Dabei durften sich die Macher des nicht nur informativen, sondern auch sehr ansprechend präsentierten Rückblicks auf dieses dunkle Kapitel unserer Vereinsgeschichte über viel Lob von Besuchern und Fachleuten freuen.



„Wissenschaftlich fundiert, akribisch und aufklärend, aber ohne erhobenen Zeigefinger“ blicke die Ausstellung auf eine Zeit zurück, die immer in wacher und mahnender Erinnerung bleibe müsse, betonte Museumsleiter Andreas Düspohl: „Aufklärung tut gerade heute in einer Zeit Not, da sich einige gesellschaftlich Kräfte Ausgrenzung und Intoleranz wieder groß auf die Fahnen geschrieben haben. Deshalb bin ich sehr froh, dass die Alemannia-Fan-IG mit der Idee für dieses Projekt ans Zeitungsmuseum herangetreten ist. Da wir neben Medienkompetenz auch historische Kompetenz vermitteln wollen, ist unser Museum sicher ein guter Schauplatz für diese gelungene Ausstellung.“

Es gebe bereits viele Untersuchungen darüber, was während der Nazi-Zeit in Aachen geschehen sei, ergänzte Route-Charlemagne-Leiter Dr. Frank Pohle: „Ein Blick auf den Sport in dieser Zeit und auf die Rolle der Alemannia, die damals schon Aachens größter und wichtigster Klub war, fehlte bislang noch.“



IG-Sprecher Thomas Wenge sagte zur Motivation der IG: „Diese Ausstellung kann und will keine Antwort geben. Sie will auch nicht moralisch bewerten – das ist Ihre Aufgabe! Was sie aber will, ist, das Bewusstsein zu schaffen, wohin Intoleranz und Ausgrenzung führen können. Dieses Bewusstsein umzusetzen in unser Alltagsleben, genau hinzugucken und aufzupassen, um dann Beobachtung in Handlung umzusetzen – darum geht es“.

Mit einer Vielzahl von historischen Fotos und Dokumenten sowie Ausschnitten aus Tageszeitungen-, Sport- und Vereinszeitschriften arbeitet die Ausstellung das damalige Geschehen im Verein selbst auf, blickt aber auch auf die gesamtgesellschaftlichen und politischen Gegebenheiten in jener Zeit zurück. Im Mittelpunkt stehen dabei die völlig gegensätzlichen Lebenswege der Alemannia-Spieler Max Salomon und Reinhold Münzenberg.

Beide hatten bis 1933 gemeinsam erfolgreich für Alemannias Erste gespielt. Doch während Münzenbergs Karriere anschließend als Nationalspieler und WM-Teilnehmer erst richtig Fahrt aufnahm, bestritt sein jüdischer Mannschaftskamerad schon im März 1933 sein letztes Spiel für die Alemannia und „trat dann in Folge der Zeitrichtung ab“. So stand es jedenfalls in der Vereinszeitung. Tatsächlich wurde Salomon wie andere jüdische Mitglieder auch aus dem Verein herausgedrängt – quasi in vorauseilendem Gehorsam, wie Stadtarchiv-Leiter Dr. René Rohrkamp betont. Denn der Klub sei keineswegs „von oben“ zu diesem Schritt gezwungen worden. Vielmehr habe es sich um ein sehr frühes und durchaus freiwilliges Entgegenkommen an die neuen Machthaber gehandelt.

Salomon musste nach Belgien fliehen, wurde dort 1940 beim Angriff der Wehrmacht als „feindlicher Ausländer“ verhaftet, interniert und 1942 nach Auschwitz deportiert, wo er unter bis heute nicht geklärten Umständen zu Tode kam. Lange war Max Salomon vergessen, während Reinhold Münzenberg, den Rohrkamp als einen von vielen angepassten Mitläufern jener Zeit einstuft, zur Vereinslegende aufstieg. In der Ausstellung kann man sich auch ein Radio-Interview von 1974 anhören, in dem „der Eiserne“ sich auch über Fußball unterm Hakenkreuz äußert.

An der Konzeption und Realisation der Ausstellung beteiligt waren neben Stadtarchivar Rohrkamp und dem Museumsleiter Düspohl insbesondere der Aachener Historiker Markus Maaßen, Lutz van Hasselt von der Alemannia-Fanbetreuung sowie Fan-IG-Sprecher Thomas Wenge und sein Vorgänger André Bräkling. Viel Beifall gab es für die Arbeit des Gestaltungsbüros Wesentlich, das die Ausstellung szenographisch reizvoll wie einen Gang über ein Fußballfeld gestaltet und dabei vorwiegend auf die Vereinsfarben Schwarz und Gelb zurückgegriffen hat.
Gefördert wird die Ausstellung unter anderem vom Bundesprogramm „Demokratie leben“ des Bundesfamilienministeriums, von der Volkshochschule, der Stadt Aachen und der Bauunternehmung Deubner sowie der DFB-Kulturstiftung.

Enttäuscht ist die IG allerdings, dass ein Vertreter des damaligen Vereinspräsidiums deutlich ablehnend reagiert hat, als er zu Beginn des Projekts vor gut drei Jahren gefragt wurde, ob die Alemannia-Spitze eine solche Ausstellung befürworten und unterstützen wolle.


Die Ausstellung im IZM (Pontstraße 13, www.izm.de) läuft bis zum 4. März 2018 und ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Sonntags um 11 Uhr gibt es öffentliche Führungen. Der Eintritt kostet sechs Euro (ermäßigt drei Euro). Drei Kuratorenführungen sind jeweils dienstags ab 17 Uhr geplant – am 14. November mit René Rohrkamp, am 16. Januar mit Thomas Wenge und am 13. Februar mit André Bräkling.

Aktuelle Infos auch zum geplanten Rahmenprogramm gibt es auf facebook.com/Alemannia33bis45/

Einen ausführlichen und sehr empfehlenswerten Bericht mit vielen Fotos haben dankenswerterweise die Kartoffelkäfer veröffentlicht: www.diekartoffelkaefer.de.
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Braveheart (04.11.2017), Dibe (04.11.2017), Heinsberger LandEi (10.11.2017), Mia Schwarz Gelb (04.11.2017)
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Alt 05.11.2017, 16:08
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In der Print-FAZ (Feuilleton) von gestern (S. 12, leider nicht online) gibt es eine größere Besprechung der Ausstellung, mit großem Mannchaftsfoto aus dem Jahr 1931, das auch Reinhold Münzenberg und Max Salomon zeigt.

Andreas Rossmann beendet seinen Bericht so: "Die Beschäftigung mit dem dunklen Kapitel der Vereinsgeschichte hat erst begonnen. In dem Wikipedia-Eintrag über Alemannia Aachen werden fast hundert 'bekannte ehemalige Spieler' aufgeführt: Reinhold Münzenberg ist dabei, Max Salomon nicht."

Der Bericht hat mich sehr gefreut, ist man in der Redaktion der FAZ doch offensichtlich der Meinung, unsere Alemannia interessiert noch immer in ganz Deutschland und international - trotz des tiefen Falls der 1. Mannschaft bis in die RL.
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a.tetzlaff (05.11.2017), AndreAC (05.11.2017), tivolino (05.11.2017)
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Alt 09.01.2018, 17:20
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Max-Salomon-Tribüne

Hatte heute endlich Zeit, mir in Ruhe diese eindrucksvolle kleine Ausstellung anzusehen.
Da steckt sehr viel drin - vielen Dank an alle Beteiligten! So etwas war überfällig.

Abseits der Politik: Fand schon auffällig, wie häufig in den frühen Jahren von "Ausschreitungen" am Tivoli berichtet wird - ein Schiri wurde gar bis zum Bahnhof verfolgt...

Wie geht es nun weiter?
Ich hoffe, dass es eine Publikation geben wird. Bin gerne bereit, dabei mitzuhelfen, falss das gewünscht wird.
Ganz praktisch: Ich würde mir wünschen, eine der Tribünen in unserem Stadion - am besten die Süd - auf Max-Salomon-Tribüne zu taufen.
Weiß nicht so Recht, ob dieser Vorschlag auf Gegenliebe trifft (hatte das vor einiger Zeit schon mal gepostet). Wäre ein entsprechendes Schreiben an die Stadt (als Eigentümerin) oder an unseren Präsidenten sinnvoll?

Die Ausstellung ist noch bis zum 4.3. im IZM zu sehen.

Geändert von Braveheart (09.01.2018 um 22:24 Uhr) Grund: falsches Datum zum Ende der Ausstellung
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Adam (09.01.2018), Allegretto (09.01.2018), Brücke 10 (10.01.2018), chris2010 (10.01.2018), DerLängsteFan (12.01.2018), Heinsberger LandEi (13.01.2018), IG (10.01.2018), ju (12.01.2018), Oberstudienrat (09.01.2018), Oche_Alaaf_1958 (09.01.2018), printenduevel (09.01.2018), Rodannia (10.01.2018), tivolino (12.01.2018)
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Alt 12.01.2018, 09:15
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Wie lange warten wir darauf das es mal eine Werner Fuchs Tribüne gibt?
Wäre auch längst überfällig, gleichzeitig könnte man noch andere ehemalige Alemannia Legenden ihren Namen manifestieren - Tribünen gibt es noch genug, genauso wie Kioske oder Eingänge. Es wäre Zeit und ein schönes Zeichen.

Zitat:
Zitat von Braveheart Beitrag anzeigen
Hatte heute endlich Zeit, mir in Ruhe diese eindrucksvolle kleine Ausstellung anzusehen.
Da steckt sehr viel drin - vielen Dank an alle Beteiligten! So etwas war überfällig.

Abseits der Politik: Fand schon auffällig, wie häufig in den frühen Jahren von "Ausschreitungen" am Tivoli berichtet wird - ein Schiri wurde gar bis zum Bahnhof verfolgt...

Wie geht es nun weiter?
Ich hoffe, dass es eine Publikation geben wird. Bin gerne bereit, dabei mitzuhelfen, falss das gewünscht wird.
Ganz praktisch: Ich würde mir wünschen, eine der Tribünen in unserem Stadion - am besten die Süd - auf Max-Salomon-Tribüne zu taufen.
Weiß nicht so Recht, ob dieser Vorschlag auf Gegenliebe trifft (hatte das vor einiger Zeit schon mal gepostet). Wäre ein entsprechendes Schreiben an die Stadt (als Eigentümerin) oder an unseren Präsidenten sinnvoll?

Die Ausstellung ist noch bis zum 4.3. im IZM zu sehen.
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Braveheart (13.01.2018), Mia Schwarz Gelb (12.01.2018)
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Alt 15.01.2018, 11:00
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Programm des Mottotages „Das Runde muss ins Eckige“

PROGRAMM DES MOTTOTAGES "Das Runde muss ins Eckige"
zur Ausstellung "Alemannia 1933-1945 - Fußball zwischen Sport und Politik" am Sonntag, den 21. Januar 2018 von 10 bis 17 Uhr im Internationalen Zeitungsmuseum der Stadt Aachen (IZM, Pontstr. 13, 52062 Aachen).

Über den Tag verteilt finden Führungen durch die Ausstellung statt. Zudem bieten wir ein ganztägiges Unterhaltungsprogramm für Kinder und Jugendliche in Form eines Kreativworkshops mit der Museumspädagogik sowie mit Tischkickern an.
  • 10:30 Uhr - Spaziergang Wege des Vergessens - Spuren des NS in der näheren Umgebung (Universität, Rathaus, etc.)
  • 13:00 Uhr - Didaktikraum: Filmvorführung „Friede, Freude, Eierkuchen - Abenteuer aus der Aachener Soers“, anschließende Diskussion mit dem Regisseur Michael Chauvistre
  • 15:00 Uhr - Didaktikraum: Diskussionsrunde "Umgang miteinander auf und neben dem Platz - Respekt und Toleranz im Fußball“. Mit Robert Moonen (Stadionsprecher Alemannia Aachen), Ralf Klohr (Initiator der Fairplay Liga), Richard Gebhardt (Politologe), Bernd Mommertz (Vorsitzender des Fußballkreises Aachen), Jürgen Aust (Vizepräsident des FVM).
  • 15:30 Uhr - Spaziergang Wege des Vergessens - Spuren des NS in der näheren Umgebung (Wiederholung von 10:30 Uhr)
  • 16:00 Uhr - Didaktikraum: „Der Sportjournalist als Beobachter - der Sport und die Bildberichterstattung“. Unterschiede zwischen der NS-Zeit und heute, mit dem Sportjournalisten Wolfgang Birkenstock.

Wir freuen uns auf euren Besuch!

Geändert von AndreAC (15.01.2018 um 11:22 Uhr)
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  #6  
Alt 03.03.2018, 13:21
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Kurze Erinnerung: Die Ausstellung ist nur noch heute (3.3.) und morgen (4.3.) im IZM zu sehen. Morgen findet um 11 Uhr auch nochmal eine öffentliche Führung statt.

Vielleicht ist das unfreiwillig spielfreie Wochenende ja für den ein oder anderen eine Gelegenheit, die Ausstellung noch mitzunehmen.
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carlos98 (03.03.2018), ju (04.03.2018)
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