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  #4021  
Alt 14.06.2017, 21:44
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a.tetzlaff a.tetzlaff ist offline
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Zitat von Marco Polo Beitrag anzeigen
Es ging um die Zeit ab 2012 und die damals Verantwortlichen.Parkhaus und Tivoli sind mehrfach geprüft worden.Das Parkhaus wurde so errichtet wie es politisch gefordert war.Aber geliebte Vorurteile beerdigt man eben nicht so rasch.Viel Geld ist z. B. bei der sinnlosen Kampagne "Auf Gedeih und Verderb" ausgegeben worden.Welcher Agentur hat Kraemer eigentlich damals den Auftrag dafür gegeben?
Das Parkhaus ist eindeutig zu groß bemessen, weil sich niemand darum gekümmert hat, anderswo die nötigen Parkplätze bereitzustellen.
Bei der Stadion-Gmbh hat niemand kritisch das Planungsverfahren begleitet, nach dem Motto: die Stadt macht es ja.
Warst Du in Deiner Eigenschaft als Stadion-Beauftragter nicht dafür verantwortlich, seitens Alemannia das Verfahren zu begleiten ?

Politische Forderungen zum Parkhaus gab es nicht. Es gab nur Forderungen zur Gesamtzahl der Parkplätze.Aus meiner Erinnerung so um 6000 Plätze.
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" Der Verein ist jetzt finanziell gut aufgestellt, dass ich ihn mit ruhigem Gewissen an meinen Nachfolger übergeben kann" F. Kraemer im Sommer 2012
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  #4022  
Alt 14.06.2017, 22:08
Marco Polo Marco Polo ist offline
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Was sollte den am Planungsverfahren der Stadt Aachen kritisch zu begleiten gewesen sein?Der alte Tivoli musste dicht gemacht werden und den neuen Tivoli wollten doch 10000 und 1 Stimme in Aachen haben.Wie hat die Fan-IG damals gejubelt! Die 32000 Plätze hat Krämer im Aufsichtsrat mit dem damaligen Vertreter der Fan-IG als das non plus ultra verkauft.Der damalige Vertreter der Fan-IG saß übrigens auch im Stadionausschuss.Diese Schuldzuweisungen an immer dieselben bei Verschweigen immer derselben sind eine ermüdende Geschichtsverdrehung mit Teilamnesie.
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Franz Wirtz (14.06.2017)
  #4023  
Alt 14.06.2017, 22:22
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Zitat von Marco Polo Beitrag anzeigen
Was sollte den am Planungsverfahren der Stadt Aachen kritisch zu begleiten gewesen sein?Der alte Tivoli musste dicht gemacht werden und den neuen Tivoli wollten doch 10000 und 1 Stimme in Aachen haben.Wie hat die Fan-IG damals gejubelt! Die 32000 Plätze hat Krämer im Aufsichtsrat mit dem damaligen Vertreter der Fan-IG als das non plus ultra verkauft.Der damalige Vertreter der Fan-IG saß übrigens auch im Stadionausschuss.Diese Schuldzuweisungen an immer dieselben bei Verschweigen immer derselben sind eine ermüdende Geschichtsverdrehung mit Teilamnesie.
Planungsverfahren kritisch begleiten heisst, nicht alles mitzumachen, was die Stadt gefordert hat.
Dafür gibt es Ing.Büros , die darauf spezilisiert sind.
Man hat es einfach laufenlassen.

Beispiele für überzogenen und unsinnige Forderungen der Stadt:
- die Brücke
- die Parkplatzzahl im Parkhaus, die man durch andere Parkplätze hätte verringern können.
Meinst du etwa , dass ein Investor wie z.B. Hermanns alles macht, was die Stadt fordert?
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  #4024  
Alt 14.06.2017, 23:23
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Achim F. Achim F. ist offline
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Zitat von Marco Polo Beitrag anzeigen
Was sollte den am Planungsverfahren der Stadt Aachen kritisch zu begleiten gewesen sein?Der alte Tivoli musste dicht gemacht werden und den neuen Tivoli wollten doch 10000 und 1 Stimme in Aachen haben.Wie hat die Fan-IG damals gejubelt! Die 32000 Plätze hat Krämer im Aufsichtsrat mit dem damaligen Vertreter der Fan-IG als das non plus ultra verkauft.Der damalige Vertreter der Fan-IG saß übrigens auch im Stadionausschuss.Diese Schuldzuweisungen an immer dieselben bei Verschweigen immer derselben sind eine ermüdende Geschichtsverdrehung mit Teilamnesie.
Der Fan IG wurde von den damals Verantwortlichen bei mehreren Treffen unmissverständlich erklärt, dass eine Größenordnung unterhalb von 30.000 Plätzen zu Lasten von Stehplätzen gehen wird. Eine von der Fan IG angedachte Größe von 25.000 Plätzen wurde damals als völlig unrealistisch abgetan. Ich war damals bei einigen Treffen zugegen.
Geschichtsverdrehung scheint eine Spezialität von dir zu sein. Vor einigen Wochen hast du hier dreist behauptet, dass nach der Nichtwahl von Linden alle namhaften Sponsoren ihr Engagement bei der Alemannia beendet haben. Neun Monate nach Lindens "Abwahl" hatte aber u.a.die "AachenMünchener" ihren Sponsorenvertag bei der Alemannia verlängert.
Du und deine Clique sind die Totengräber der Alemannia!
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  #4025  
Alt 14.06.2017, 23:33
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Blackthorne Blackthorne ist offline
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Zitat von Oche_Alaaf_1958 Beitrag anzeigen
Na toll, 60 - 70 Millionen in den Sand gesetzt, und dann 50.000 € Geldbuße.
Man kann FK einiges vorwerfen, aber die genannten 60-70 Mio. € hat sicherlich nicht er in den Sand gesetzt.

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Alt 15.06.2017, 05:24
Joschi Joschi ist offline
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Zitat von Franz Wirtz Beitrag anzeigen
Vielleicht könntest Du diese Frage einmal an Heiner Höfken richten? Der sitzt seit 1984 im Rat der Stadt Aachen, war von Beginn an - und ist auch immer noch - im Verwaltungsrat der Alemannia vertreten und ist zudem auch noch Aufsichtsratsvorsitzender der Aachener Stadion Beteiligungs GmbH, der das Stadion gehört. Dass er nebenbei noch Aufsichtsratsvorsitzender der ASEAG ist, lassen wir 'mal außer acht. An die Mitglieder im Verwaltungsrat werden - satzungsgemäß verankert - besondere Anforderungen gestellt. Derart qualifizierte Koryphäen kann man nicht „über Jahre hinweg verarschen“. - Jedenfalls meiner Meinung nach. Umgekehrt möchte ich allerdings nichts ausschließen.

Seit 2010 waren alle im Rat der Stadt vorgewarnt, schließlich haben sie damals schon einer Ausfallbürgschaft zugestimmt. Spätestens im Rahmen der Umfinanzierung Anfang 2012 mussten sie sich die Gegebenheiten haargenau zu Gemüte führen. Trotz aller offensichtlichen Risiken und trotz aller Vorwarnungen hat der Rat der Stadt mehrheitlich zugestimmt. Nachdem sie sich so weit aus dem Fenster gelehnt hatten, durfte die Beantragung der Drittligalizenz selbstverständlich nicht misslingen. Entsprechend euphorisch las sich der Artikel in den Aachener Nachrichten, bei dem der Eindruck entstand, der Oberbürgermeister persönlich habe die Formulare für den DFB ausgefüllt. Wer sich jetzt noch daran erinnert, dass das Aufsichtsratsmitglied Horst Rambau dem Oberbürgermeister bereits am 20. April 2012 eine Email mit eindeutigen Warn-Hinweisen hat zukommen lassen, begreift wahrscheinlich auch, dass es zu diesem Zeitpunkt, - zumindest für einige, - längst schon nicht mehr um irgendwelche „richtigen Zahlen“ ging, sondern nur noch darum, „die eigene Haut zu retten“.

Horst Rambau war das erste Opfer, das auf der Strecke blieb. Unter fadenscheinigen Argumenten wurde er schlichtweg einfach 'rausgeschmissen. Er hatte genau das getan, was man von einem Aufsichtsratsmitglied erwarten darf.


PS:
Alemannia: Bewährungsstrafe und Geldbuße für Kraemer
http://www.aachener-nachrichten.de/s...5#plx790368791

Auszug:
Staatsanwalt René Seppi sagte in seiner Stellungnahme, dass die lange zurückliegenden Taten, die Kraemer zum Teil im Auftrag und mit Wissen vieler involvierter Gremien und Personen, „die sehr sicher nicht immer fehlerfrei gehandelt haben“, begangen habe, es nicht rechtfertigten, „ihn heute dafür ins Gefängnis zu schicken“. (...)

PPS:
Auszug Satzung
§ 14.1 Der Verwaltungsrat besteht aus 9 Mitgliedern, deren Mehrheit aufgrund ihrer beruflichen Tätigkeit hinreichende Erfahrung in wirtschaftlichen Angelegenheiten haben. (...)
.

Mich würde interessieren, wer zum damaligen Zeitpunkt alles im Verwaltungsrat "gearbeitet" hat?
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  #4027  
Alt 15.06.2017, 08:41
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Oche_Alaaf_1958 Oche_Alaaf_1958 ist offline
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Zitat von Blackthorne Beitrag anzeigen
Man kann FK einiges vorwerfen, aber die genannten 60-70 Mio. € hat sicherlich nicht er in den Sand gesetzt.

Das kann man aber auch anders sehen. Als Geschäftsführer war er maßgeblich an dem ganzen Desaster beteiligt, und nicht umsonst hat er in dem Verfahren ein Geständnis abgelegt in sage und schreibe 38 Fällen von Bankrott und deswegen neben einer Geldstrafe eine Haftstrafe bis zu 24 Monaten zur Bewährung aufgebrummt bekommen.
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  #4028  
Alt 15.06.2017, 08:58
tjangoxxl tjangoxxl ist offline
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Zitat von Oche_Alaaf_1958 Beitrag anzeigen
Das kann man aber auch anders sehen. Als Geschäftsführer war er maßgeblich an dem ganzen Desaster beteiligt, und nicht umsonst hat er in dem Verfahren ein Geständnis abgelegt in sage und schreibe 38 Fällen von Bankrott und deswegen neben einer Geldstrafe eine Haftstrafe bis zu 24 Monaten zur Bewährung aufgebrummt bekommen.
FK war eine Katastrophe, aber unser komplettes System, das dieses stadionprojekt so auf den Weg gebracht hat, hat die Grabstätte ausgehoben. Danach wurde das Problem von Jahr zu Jahr größer und es hat sich dabei niemand mit Ruhm bekleckert, vor allem nicht FK. Aber was ist mit den Leuten, die ihn kontrollieren sollten?
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  #4029  
Alt 28.06.2017, 16:41
Kimble Kimble ist offline
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Jetzt ist es amtlich
http://www.aachener-nachrichten.de/s...eilt-1.1657301

Ein ordentliches Mea Culpa ist vor Gericht immer hilfreich ...
Zitat:
Im Gegenzug hatte Kraemer ein umfassendes Geständnis abgelegt, und zwar ein persönlich vorgetragenes. „Das von Reue und von Verantwortungsübernahme geprägt war“, wie der Vorsitzende Richter Matthias Quarch in der Urteilsbegründung feststellte. „Wir haben gespürt, dass Kraemer bis heute unter seinem Fehlverhalten leidet“, sagte Quarch weiter. Kraemer Geständnis sei von einer Qualität gewesen, „wie wir sie hier nicht alle Tage zu hören bekommen“.
dazu hat Krämer wohl mächtig auf die Tränendrüse gedrückt....
Zitat:
Kraemers Verteidiger Tido Park hatte vorher in seinem Plädoyer erklärt, dass Kraemer sich „ein bisschen als Sündenbock sieht“. Er sei damals im Verein von Wirtschaftsprüfern umgeben gewesen, alles, was er getan habe, sei zum Besten des Vereins gewesen. In der Folgezeit sei er „wie eine Sau durchs Dorf getrieben worden“. Außer einem von Kraemers Mitarbeiter, gegen den das Verfahren gegen Zahlung von 5000 Euro eingestellt worden war, hatte niemand Verantwortung für den Niedergang des Vereins übernommen, Kraemer stand allein. „Was das für ihn und seine Familie bedeutet hat, kann sich jeder vorstellen“, sagte Park.
Der Staatsanwalt wäscht seine Hände in Unschuld ....
Zitat:
Der vom Gericht gelobte Staatsanwalt René Seppi stellte heraus, dass er während seiner Ermittlungen durchaus nicht übersehen habe, wie viele Beteiligte bei der Alemannia mitgemischt hätten, Institutionen wie Personen. „Die Lage war undurchsichtig“, sagte Seppi. Am Ende blieben nur die 39 Überweisungen übrig, die von strafrechtlicher Relevanz waren. Für andere Straftaten habe es einfach an Belegen, Hinweisen und Zeugenaussagen gefehlt.
Und am Ende der Geschichte liegen sich alle lachend in den Armen ...
Zitat:
Der Prozess gegen Kraemer hätte, wäre es nicht zur Verständigung aller Beteiligten gekommen, Monate gedauert, vielleicht Jahre. Richter Quarch lobte daher die „produktive Zusammenarbeit“ und stellte am Ende gütig fest: „Die Alemannia spielt in der vierten Liga, die Verteidiger des Angeklagten und der Staatsanwalt spielen in der ersten Liga. In welcher Liga das Gericht spielt, müssen andere beurteilen.“ Gelächter, Ende des Prozesses.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lachen sie noch heute ....

Ein glückliches HappyEnd, nur nicht für die Alemannia
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Aix Trawurst (30.06.2017)
  #4030  
Alt 28.06.2017, 17:40
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Zitat:
Zitat von Kimble Beitrag anzeigen
Jetzt ist es amtlich
http://www.aachener-nachrichten.de/s...eilt-1.1657301

Ein ordentliches Mea Culpa ist vor Gericht immer hilfreich ...

dazu hat Krämer wohl mächtig auf die Tränendrüse gedrückt....

Der Staatsanwalt wäscht seine Hände in Unschuld ....

Und am Ende der Geschichte liegen sich alle lachend in den Armen ...

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann lachen sie noch heute ....

Ein glückliches HappyEnd, nur nicht für die Alemannia
Fehlt nur noch, dass der Kraemer uns den Mielke macht.
"Aber ich liebe doch Alemannia. Ich liebe doch alle Fans!"
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Gesendet von meiner iZahnbürste
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  #4031  
Alt 28.06.2017, 19:28
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Blackthorne Blackthorne ist offline
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Nach dem Urteil kann man keinem mehr raten, bei der Alemannia Aachen GmbH das Amt des Geschäftsführers anzunehmen. In einer GmbH, die sich permanent an der Kante zur Insolvenz bewegt, ist der Geschäftsführer doch die arme Sau, an der später alles hängenbleibt, weil es keinerlei schriftliche Aufzeichnungen über irgendwelche Anweisungen derjenigen, die wirklich das Sagen hatten, gab.

Formal ist ein GmbH-Geschäftsführer weisungsabhängig, allerdings bedarf eine solche immer eines Aufsichtsratsbeschlusses. Dass in der Praxis der Vorsitzende des Aufsichtsrates oder auch andere starke Leute dem GF sagen, was zu machen ist, geht dabei völlig unter.

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Ein „strukturelles Defizit“ ist betriebswirtschaftlicher Unfug
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Alt 29.06.2017, 23:30
Franz Wirtz Franz Wirtz ist offline
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Ausrufezeichen Maximaler Schaden bei minimaler Schuldzuweisung ...

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Nach dem Urteil kann man keinem mehr raten, bei der Alemannia Aachen GmbH das Amt des Geschäftsführers anzunehmen. In einer GmbH, die sich permanent an der Kante zur Insolvenz bewegt, ist der Geschäftsführer doch die arme Sau, an der später alles hängenbleibt, weil es keinerlei schriftliche Aufzeichnungen über irgendwelche Anweisungen derjenigen, die wirklich das Sagen hatten, gab.

Formal ist ein GmbH-Geschäftsführer weisungsabhängig, allerdings bedarf eine solche immer eines Aufsichtsratsbeschlusses. Dass in der Praxis der Vorsitzende des Aufsichtsrates oder auch andere starke Leute dem GF sagen, was zu machen ist, geht dabei völlig unter.

Ich weiß, manche lernen's nie und andere wollen es einfach nicht wahrhaben, aber genau darum ging es schließlich bereits seit der Auslagerung. Die gesamte Konstruktion zielt darauf ab, möglichst undurchsichtig agieren zu können und nötigenfalls jede Form von Verantwortung von sich weisen zu können.

Trotz meiner niedrigen Erwartungshaltung empfinde ich das Resümee des Staatsanwaltes als skandalös:

Aachener Nachrichten - Donnerstag, 29. Juni 2017 - Seite 10 - Region & NRW
ALEMANNIA-PROZESS
Geschichten, die nie mehr erzählt werden
Auszug: Heute, fast fünf Jahre später, ist der Fall vollständig aufgeklärt. So sieht es Seppi, und so sieht es auch Richter Quarch. Seppi stellte heraus, dass er während seiner Ermittlungen durchaus nicht übersehen habe, wie viele Beteiligte bei der Alemannia mitgemischt hätten, Institutionen wie Personen. „Die Lage war undurchsichtig“, sagte Seppi. Doch es fehlten Belege, Hinweise und Zeugenaussagen, die auf weitere Straftaten, auf weitere Verdächtige hätten schließen lassen.

Seppi attestierte in seinem Plädoyer der Stadt Aachen, die mit der Übernahme eines Teils der aus dem Stadionbau resultierenden Schulden der Alemannia übernommen und durch die spätere erste Insolvenz damit etwa 23 Millionen Euro Verlust gemacht hatte, sich korrekt verhalten zu haben. Kraemers Anwälte hatten am ersten Prozesstag der Stadt noch vorgeworfen, sich nicht ausreichend über die finanzielle Lage des Vereins informiert zu haben, bevor sie die Schulden übernommen hatten. Auch dieser Vorwurf ist nun vom Tisch. (...)

Der Staatsanwalt sieht den Fall als vollständig geklärt an, obwohl er niemanden der beteiligten Führungsriege vorzeigen kann? Wer - „um Himmels Willen“ - kommt auf die Idee, nur weil Kraemers Anwälte im Rahmen des Deals darauf verzichteten, zu behaupten, „die Stadt habe sich nicht ausreichend über die finanzielle Lage ausreichend informiert“, damit sei dieser Vorwurf vom Tisch? Fast fünf Jahre Ermittlungsarbeit für so ein Ergebnis? Was ist mit den schriftlichen Protokollen aller stattgefunden Sitzungen? Wurde immer nur das Wetter protokolliert?

Für den Fall, dass ein Geschäftsführer tatsächlich über so einen langen Zeitraum „an der ganz langen Leine“ vorgeführt werden soll, ist dieser trotzdem in der Lage, durch eigens erstellte Protokolle alle wesentlichen Entscheidungen und deren Zustandekommen chronologisch zu dokumentieren. Tut er das nicht, stellt sich zwangsläufig die Frage nach dem warum?

Mahnende Worte, was die Zukunft angeht, gab es anscheinend für niemanden? Erdreistete sich zu früheren Zeiten ein Autofahrer zu behaupten, „er wäre“, angesichts einer im zu Last gelegten Geschwindigkeitsüberschreitung, „gar nicht gefahren“, brummte man ihm ein Fahrtenbuch auf. Angesichts des enormen Schadens und der relativ geringen Strafe für einen Einzelnen liest sich das Ganze entsprechend wie eine Gebrauchsanweisung, wie man bestmöglich an die ganz große Kohle kommt. - Bekanntlich gilt: „Nach dem Skandal ist vor dem Skandal“.


PS:
Immer nur „die anderen ...“
Aachener Nachrichten - Donnerstag, 29. Juni 2017 - Seite 2 - KOMMENTARE
Viele tragen Schuld
Das Kraemer-Urteil und der tiefe Fall der Alemannia

CHRISTOPH PAULI
Auszug: Ein abschreckendes Beispiel dafür, wie man sich an einem Verein mit besten Absichten versündigen kann. Kraemer ist verurteilt worden, aber Schuld am Untergang der Alemannia – vermutlich für viele Jahrzehnte – tragen viele.

Mehr als einmal musste ich mir in diesem Forum die Frage gefallen lassen, warum ausgerechnet ich mich fortwährend für diesen Klub interessiere? Mein „Motor“ waren eindeutig die Veröffentlichungen der Lokalpresse, vor allem in der Zeit vor dem Stadionbau. Die Art und Weise, in der die Beteiligten (Verein - Rathaus - Presse) sich gegenseitig „zuarbeiteten“, war einfach faszinierend. Umso schwerer, - so mein Eindruck, - fällt es allen, irgendeine sinnvolle Lehre aus der Katastrophe zu ziehen, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.
.
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„Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht.“
Joachim Ringelnatz
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  #4033  
Alt 30.06.2017, 02:47
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Aix Trawurst Aix Trawurst ist offline
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Zitat von Blackthorne Beitrag anzeigen
Nach dem Urteil kann man keinem mehr raten, bei der Alemannia Aachen GmbH das Amt des Geschäftsführers anzunehmen. In einer GmbH, die sich permanent an der Kante zur Insolvenz bewegt, ist der Geschäftsführer doch die arme Sau, an der später alles hängenbleibt, weil es keinerlei schriftliche Aufzeichnungen über irgendwelche Anweisungen derjenigen, die wirklich das Sagen hatten, gab.

Formal ist ein GmbH-Geschäftsführer weisungsabhängig, allerdings bedarf eine solche immer eines Aufsichtsratsbeschlusses. Dass in der Praxis der Vorsitzende des Aufsichtsrates oder auch andere starke Leute dem GF sagen, was zu machen ist, geht dabei völlig unter.

Schon richtig, aber wenn man als Geshäftsführer nicht genug "Eier in der Hose hat" um so etwas nicht mit sich machen zu lassen. Dann ist man wirklich selber schuld.
Ein Geschäftsführer ist verantwortlich und bei Fehlverhalten haftbar, aber er ist eben auch keineswegs gezwungen sich strafbar zu machen.
Und wenn ihm der Aufsichtsrat ständig in den Geschäftsalltag reinfunkt, dann muss der Geschäftsführer dann halt im Gegenzug entweder ordentliche Anweisungen einfordern oder es sich verbieten und sollte gegebenenfalls den Job auch besser mal kündigen, BEVOR er sich zu rechtswidrigem Verhalten drängen lässt.

Frithjof Kraemer war alles mögliche, aber er war sicherlich kein vom Aufsichtsrat an seinen Schreibtisch in der Geschäftsstelle angeketter Zwangsarbeiter.
Er hat halt offenbar nur ein bischen zuviel Gehalt bezogen, als dass ihm solch ein Schritt wirklich leicht gefallen wäre.
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Scheint als kommen wir so langsam da an, wo wir hingekommen sind.
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  #4034  
Alt 30.06.2017, 10:08
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Blackthorne Blackthorne ist offline
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Zitat von Aix Trawurst Beitrag anzeigen
Schon richtig, aber wenn man als Geshäftsführer nicht genug "Eier in der Hose hat" um so etwas nicht mit sich machen zu lassen. Dann ist man wirklich selber schuld.
In der Theorie ist das zweifellos richtig.

Das Berufsleben in einer derartigen Position stimmt aber nicht immer mit der Theorie überein. Stell' dir nur einmal eine fiktive Firma vor, die immer kurz vor der Insolvenzlinie steht oder auch kurz dahinter mit einem AR-Vorsitzenden, der privat finanziell extrem unabhängig ist und der dir erklärt, dass alles nicht so heiß gegessen wird wie gekocht, für den die in Frage stehenden Summen Peanuts sind und der selbst wichtige Gespräche und Verhandlungen mit anderen Entscheidungsträgern auch ohne dich führt, obwohl er dazu nicht befugt ist. Ein AR-Vorsitzender, der bewusst Teile des Gremiums AR nicht beteiligt (weil z.B. Gewerkschafts- oder Belegschaftsvertreter Mitglieder des Gremiums sind) und der folglich auch keine Beschlüsse dieses Gremiums, die für dich bindend wären, herbeiführt.

Ich habe selbst schon unter solchen Menschen als GF tätig sein dürfen (müssen), zum Glück in Firmen, für die eine Insolvenz keine Rolle spielte.

Du hast dann nur noch die Möglichkeit, entweder deinem Vorsitzenden zu vertrauen oder zu kündigen. Klar kann man sagen, dass jemand "mit Eiern in der Hose" dann halt kündigt und seinen gut dotierten Vertrag aufgibt.

Wie gesagt, alles fiktiv und hat nicht unbedingt mit der Alemannia etwas zu tun.

Weswegen ist Kraemer denn nun verurteilt worden - er hat zwischen den beiden Alemannia GmbHs Gelder verbotenerweise hin- und hergeschoben, um den Zeitpunkt der Insolvenz hinauszuzögern, vielleicht auch in der Hoffnung, durch den Zeitgewinn die Insolvenz verhindern zu können. Wohlgemerkt ohne sich auch nur im Geringsten zu bereichern. Ich halte das Urteil und die Tatsache, dass er der einzige auf der Anklagebank war, für einen Skandal.

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  #4035  
Alt 30.06.2017, 11:30
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Zitat von Blackthorne Beitrag anzeigen
... die Tatsache, dass er der einzige auf der Anklagebank war, für einen Skandal.
Das ist der eigentliche Skandal .
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Achim F. (30.06.2017), AIXtremist (02.07.2017), carlos98 (30.06.2017), Hells (01.07.2017)
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