Einzelnen Beitrag anzeigen
  #3258  
Alt 06.06.2017, 12:45
Benutzerbild von cui.bono
cui.bono cui.bono ist offline
Vielschreiber
 
Registriert seit: 07.01.2015
Beiträge: 85
Abgegebene Danke: 75
Erhielt 168 Danke für 40 Beiträge
Zitat:
Zitat von Mott Beitrag anzeigen
Wenn Ismanik tatsächlich gegen die 50+1-Regelung klagt, wird er nach einhelliger Expertenmeinung ganz sicher gewinnen. Auch, wenn man die Instanzen bis zum EuGH danach durchspielen würde, könnten wir näher an der düsteren Zukunft sein, als wir heute glauben möchten.

Ausgerechnet DAS Negativbeispiel eines Fremdinvetsors schlechthin könnte der Türöffner für all die bereitstehenden Hasadeure, Verramscher, Oligarchen und Geschäftemacher sein. Eigentlich ein Treppenwitz der Geschichte.
Ja, ist es.

Aber was heißt das dann konkret (auch hinsichtlich der von Aki völlig richtig wiedergegebenen Aussagen von Marcel Reiff, dem ich - in dieser Sache - zustimme, was die Einschätzung der weiteren Entwicklung bedeutet)? Und zwar konkret für die Alemannia?

Szenario 1:
Konsequente Ablehnung aller Investorenmodelle? Weiter wie bisher, auch dann, wenn andere uns noch mehr als jetzt bereits davonlaufen?

Szenario 2:
(Nahezu) Bedingungsloses Akzeptieren, dass es ohne Investoreneinstieg nicht mehr geht? Notfalls auf Kosten der Tradition?

Szenario 3:
Öffnen der Türe, und zwar für ein Modell, dass zwar fremdes Kapital zulässt, aber Mechanismen enthält, die eine Mitbestimmung der Mitglieder nach wie vor ermöglichen?

Mir ist schon klar, dass die Vielfalt von Modellen sich nicht allein in drei willkürlich formulierten Szenarien darstellen lässt. Aber ich befürchte wirklich, dass es ohne den Einstieg Dritter keine sportlich akzeptable Zukunft an der Krefelder Straße geben wird. Mit Tradition alleine lassen sich keine Trikots waschen. Die "Stunde-Null-Variante" (Lass uns mal wacker mit einem kleinen Budget auf der grünen Wiese mitkicken und am liebsten den alten Tivoli aufbauen ...) ist unrealistisch.

Nein, ich denke, dass die Diskussion nicht das "ob?" eines Investoreneinstiegs in den Blick nehmen muss, sondern das "wie?". Hasan Ismaiks gilt es zu verhindern. Und ohne die Investorengruppe aus dem vergangenen Herbst mit diesem Hasardeur vergleichen zu wollen: Es ist gut, dass offensichtlich das Ende 2016 andiskutierte Paket keine Rolle mehr zu spielen scheint (so hoffe ich jedenfalls). Aber dass es eines - bitte dann vernünftig ausgestalteten - Investoreneinstiegs bedarf, halte ich für einen richtigen Weg.

Dazu allerdings bedarf es Transparenz, und zwar der aktuellen Not- und auch der kommenden regulären Gremien.
Mit Zitat antworten